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Ostern und der Kampf gegen die Naturgewalten

Ostern 2013 22.03. – 31.03.2013 / 9 Tage / 1979 KM Elsass / Lothringen / Vogesen WIR WAREN DABEI !!! geschrieben aus Sicht eines absoluten Neulings Im Januar diesen Jahres, fing alles beim Wintertreffen des L200 Club in Buchenau, an. Timo und Bine weckten unsere Neugier auf Ihre zwischenzeitlich mehrfach durchgeführten Offroadtouren. Kurz überlegt, Termin abgesprochen und eine gemeinsame Tour wurde dingfest gemacht. Man sind wir spontan! Es ist schwer, Eindrücke mit Worten zu umschreiben. Das Erlebnis....- man muss es einfach selbst erfahren: Abenteuer pur Freitag früh fuhren wir ( Mario, Dominik und Anke ) bei –2°C gen Ludwigshafen, um uns mit Timo und Bine zu treffen. Dort angekommen bei + 10°C, wurde die gemeinsame Weiterfahrt beschlossen. Es schien so schön die Sonne, dass wollten wir ausnutzen. Der geplante Schnorchelanbau wurde verschoben. Ein Campingplatz in Schönau, kurz vor der französischen Grenze, war unser erstes Ziel. Hier sah es allerdings ganz anders aus. Es kam zum schnellen Temperaturabfall und der Wind pustete kräftig. Dennoch konnte es uns nicht von unserem Vorhaben abhalten, unsere Zelte aufzuschlagen und einem Unterstand einseitig mit Planen zu schmücken, um den Wind abzuhalten. Von hier wurden Tagestouren unternommen. Das Ziel wurde festegelegt, um dann möglichst abseits der Straße dorthin zu gelangen. Was uns nun geboten wurde; man oh man. Es ging über Wiesen und Felder, vorbei an steilen Abhängen, über Waldwege mit steilen Auf- und Abfahrten, rauf und runter ( diese sind aber nur aus meiner Sicht zu sehen, der Rest der Truppe stellte sich darunter etwas anderes vor und fragte sich welchen steilen Weg ich wohl meinte). Auch mussten Steine und Baumstämme vom Fahrweg entfernt werden oder es musste umgekehrt werden, weil es nicht mehr weiter ging. Wir wussten nie, was uns erwartet. So haben wir entlang der Maginot-Linie, diverse Bunker und die Festung Schoenenbourg gesehen, auch das Militärmuseum in Hatten und die Citadelle de Bitche waren dabei. Samstag Abend trafen Lutz und Liki ein, um ebenfalls mit uns zu touren. Die nachmittags zusätzlich besorgten Planen wurden an der Vorderseite des Unterstandes befestigt. Somit konnten wir Heizlüfter aufstellen. Auch unsere Zelte heizten wir mit Heißlüftern vor. Der Stromzähler überschlug sich. Kälte und Wind. Wir überlegten, wie lange man es eigentlich aushalten könnte, da unser Vorhaben zu der dort herrschenden Wetterlage nicht gerade ideal war. Es wurde immer kälter, die morgendlichen Temperaturen bewegten sich im Minusbereich. Auch wo wir fuhren und ausstiegen; um uns Etwas anzuschauen, es war einfach nur kalt und windig. Die Nächte brachten uns an unsere Grenzen. Als Camper weiß man wie es um das wohlige zuhause bestellt ist. Wenn aber dann dauerhaft eisige Minustemperaturen am Start sind, kann das selbst den Hartgesottensten innerhalb kürzester Zeit umschmeißen. Aber wir haben nicht aufgegeben! Es kam gerade recht, das sich uns die Möglichkeit bot, ein Chalet in den Vogesen zu mieten. Man war ich froh dies zu hören. Wärme war nun in greifbarer Nähe. Montag Morgen bauten wir unsere Zelte ab, um nach Lalaye zum Chalet zu fahren. Der Weg dorthin führte uns vorbei an dem Offroadgelände in Saverne und Fort de Mutzig, der Feste Kaiser Wilhelm II. Über enge Straßen, Serpentinen und ganz viel gesehener blauer Häuser ( in jedem Ort mindestens fünf ), kamen wir nachmittags an und meinen Männern und mir blieb die Spucke weg. Was für eine Aussicht ca. 560m üM, eine Ausstrahlung des Holzhauses und erst die Gemütlichkeit im Inneren. Wir blieben bis Donnerstag. Es war zwar immer noch bitter kalt, wir hatten aber einen warmen Zufluchtsort. Bevor mit der ersten Tour von hier aus begonnen wurde, fanden Timo und Lutz ihren Einsatz am Schnorcheleinbau bei unserem L.. Die hiesigen Touren führten uns zu einer Destille inkl. Schnapsprobe, einer Käserei nicht zu vergleichen mit Germany ( die Franzosen wissen schon was gut ist – allerdings nicht für Jedermann; Dominik flüchtete immer wenn es hieß „Brotzeit“ mit Käse ). Die Abende ließen wir gemütlich, bei guten Gesprächen, leckerem Essen und Trinken, ausklingen. Donnerstag Morgen hieß es wieder Abschied nehmen. Irgendwer meinte am Abend zuvor, es sei überall wärmer. So packten wir die Autos und fuhren los. Unterwegs trafen wir uns wieder mit Liki, die am Vorabend nach Hause fuhr um ihren Bruder Swen einzusammeln. Wir fuhren und fuhren, selbst eine Wasserdurchfahrt bot sich uns. So verstrich die Zeit und es kam die Überlegung: Wohin heute Nacht? Oder wussten es die Anderen schon nur ich nicht !? Die auf der Tourlinie liegenden Campingplätze Richtung Luxembourg hatten entweder noch geschlossen oder waren nicht zu erreichen. Also war Wildcamp angesagt. Bei einer in Frage kommenden Wiese, wurde eine Bisamratte gesichtet – hier auf keinen Fall. Also weiter über Feldwege auf ein Plateau. Ich dachte mir zieht´s den Boden unter den Füßen weg. Misthaufen, Modder, Tierskelett und wohl auch Tierfell, aber wenigstens eine Baracke zum Unterstellen, für evtl. kommende Nässe. Ich war fix und fertig, wollte am liebsten wieder nach Hause. Kälte, Wind, Müdigkeit und das lange Autofahren machten mir doch sehr zu schaffen und dann noch das. Kein Klo und nur kaltes Wasser. Das kostet Überwindung. Dafür war die Aussicht sehr schön. Lutz und Swen kümmerten sich sofort um das Lagerfeuer und ich bekam auf den Schreck erst mal einen heißen Kaffee. Im Laufe des Abends sprachen mir Bine und Lutz immer wieder Mut zu. Mir wurde geraten, nicht im Auto zu übernachten, da es hier bekanntlich noch kälter wird und ich die Nacht lieber im Zelt zwischen meinen Männern verbringen sollte. Auch Timo und die Anderen konnten mir langsam wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Irgendwann, ich weiß nicht mehr wie spät es war, hatte ich es geschafft mich zu überwinden. Ich musste mal ein Geschäftchen erledigen. Es ist dann einem nämlich alles scheiß egal. Den Anderen geht es ja genauso. Es folgte eine sehr frostige Nacht. Die Zelte waren mit Eis überzogen, morgendliche Temperatur = - 5°C.Wir machten nochmals Lagerfeuer, tranken etwas Warmes und schoben schnell was Essbares in den Mund. Dabei packten wir unsere sieben Sachen. Heute war ich dran unseren L zu bewegen. Neben mir saß Lutz als Fahrlehrer und stand mir mit Rat und Tat zur Seite. Mario hatte von ihm eine Sendepause verordnet bekommen. Super klasse, hat riesig Spaß gemacht. Selbst am Steuer zu sitzen, lässt die unschönen Dinge vergessen bzw. man hat gar nicht die Möglichkeit sich darauf zu konzentrieren. Einmal war ich unachtsam und nahm eine tiefere Bodenwelle mit. Mario, auf der Rückbank sitzend, ging dabei ziemlich in die Höhe. Aber nix passiert. Der Weg führte uns nach Verdun, vorbei am Chateau Gombervaux, einem alten Steinbruch, dem Fort Jour und dem Memorial de Montsec, zum Campingplatz Les Breuils. Dort angekommen, man glaubt es kaum, schien die Sonne. Wir nahmen pro Auto eine Parzelle, bauten unser Gedöns auf, machten Lagerfeuer in der Grillschale und es gab lecker Eintopf. Es wurde aber kälter und die Heizlüfter kamen in den Zelten wieder zum Einsatz. Nach einer ausgiebigen Dusche ( ohne Zeitbegrenzung ) am nächsten Morgen, wurden wieder die Sachen gepackt und es ging weiter auf Tour. Es ist bereits Samstag, unser letzter Tag, bevor es am Sonntag wieder Richtung Heimat gehen sollte. Also, weil es so schön war, noch mal ein Wildcamp. Mir war nicht sehr wohl bei dem Gedanken daran. Auf dem Weg dorthin standen das Fort de Douaumont, Gebeinhaus und ein zerstörtes Dorf auf dem Programm, bevor wir auf einer Lichtung mitten im Wald landeten. Ambiente war auf jeden Fall besser und die Sonne schien. So stellten wir die Zelte am Waldrand zwischen zwei Baracken auf. Kurz darauf brach die Dunkelheit herein und es wurde gruselig. Der Bewegungsmelder am L von Timo und Bine zeigte Reaktion. Was war das? Die Lichtung wurde immer mal wieder mit Taschenlampen abgecheckt. Wir haben gegrillt und wärmten uns am Lagerfeuer, diesmal so eng aneinander, das wir bald im Feuer standen. Irgendwann kroch ich ins Zelt – nur noch eine Nacht. Diese sollte mir aber noch lange in Erinnerung bleiben. Während des Schlafens stand ich plötzlich senkrecht im Zelt, als ein lautes Brüllen zu vernehmen war. Was war das? Mario ließ das alles kalt. „Wohl ein Reh“ meinte er und schnorchelte weiter. Dominik und mir war nicht wohl bei der Sache. Es war gerade so, als wenn das Tier direkt neben unserem Zelt stehen würde. Irgendwann schliefen wir aber wieder ein. Am nächsten Morgen, etwas zerknauscht aus dem Zelt gekrochen, war es wieder sehr kalt. Schnell ans Lagerfeuer, welches schon angefacht war und wärmen. Wir hatten zum Abschluss die wohl kälteste Nacht hinter uns gebracht. Bei Timo und Bine ist selbst die Wasserflache im Zelt eingefroren. Nachdem wir unsere Sachen gepackt hatten fuhren wir in Richtung eines zu vermeldeten Geochache. Hier wurde Mario in die Feinheiten eingeführt. Nach kurzer Fahrt, verabschiedeten wir uns bei einer Braunkohle Mine von Timo, Bine und dem Liskeclan. Wir traten gen Luxemburg unseren Heimweg an. Die Anderen überlegten noch weiter zu fahren und eine Nacht im Wildcamp zu verbringen. Um so erstaunt waren wir davon zu hören, das ebenfalls die Heimreise angetreten wurde. Ich glaube, es hat Alle sehr mitgenommen, unter diesen doch erschwerten Umständen, eine Offroadtour zu bestreiten. Was uns nicht kaputtmacht, härtet ab. Wie auch sonst, wenn meine Family etwas Neues anfängt. Dies tröstet mich, denn es kann nur besser werden. Ich habe alles Schlechte über mich ergehen lassen. Schlimmer geht nimmer. Vielleicht noch Regen, aber das kann mich jetzt auch nicht mehr erschrecken. FAZIT: Spontanität, Organisation, Flexibilität, Improvisation, Zusammenhalt, Abenteuer, Wildnis, Natur, Feeling und eine gute Ausrüstung ( die wir jetzt aufbauen ) gehören dazu. Unsere Feuertaufe ist bestanden - WIR bleiben dabei !!! Vielen Dank an Timo und Bine. Ihr habt uns einen Einblick in eine neue Welt gegeben. Es war eine tolle Tour, mit einer geilen Truppe - die nächsten werden folgen! Die Bilder dazu gibts dann hier: http://timoforum.forumprofi.de/thema-anzeigen-bilderblog-ostern-2013-t24...

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Kommentare

Hi Anke
Ein ganz großes Dankeschön, dass Du Dir die Mühe gemacht hast einen so schönen Bericht zu schreiben. Lässt sich echt toll lesen!
Da freue ich mich ja jetzt schon auf euren nächsten Outdoor-Ausritt und den nächsten Bericht darüber ;-)

Gruß
Ronny

Von Herbie

Hallo Ronny,

danke für das Kompliment. Freue mich wenns gefällt.

Vlg.
Anke

Von Anke (nicht überprüft)